facebook connect als Single Sign-on?

Juli 8th, 2009

Martin Weigert schreibt über facebook connect als Chance für das Login im social web, damit wir uns nicht für jede Seite ein Passwort merken müssen. Eine der Thesen von Martin Weigert ist dabei, dass facebook connect mehr Potential hat das Thema Single Sign-on ins Rollen zu bringen, als OpenID.

In der Tat ermöglicht es facebook connect ein Login über die facebook Nutzerdaten. Wer eine Community betreibt könnte daher auf die Registrierung verzichten. Nachteil ist aber, dass der Betreiber der Community selbst keine Nutzerdaten (E-Mail Adresse) mehr generiert. Und genau auf diese wollen die meisten Communities (noch) nicht verzichten.

Es gibt aber durchaus Beispiele, wo dies ermöglicht wird. In Deutschland zählen zu den Vorreitern bild.de sowie die Nachtagenten. Beispiel Nachtagenten: Wer kein Nutzerkonto bei den Nachtagenten hat, kann sich über facebook connect ein Nutzerkonto bei den Nachtagenten anlegen. Dieses wird dann bei der Registrierung sofort mit den facebook Nutzerdaten verbunden. Der user kann sich in Folge dann immer über facebook connect anmelden und Beiträge bei den Nachtagenten in sein facebook Profil posten.

nachtageneten

Die Vorteile: Die Zugangsbarriere zu den Nachtagenten sinkt deutlich. Und über die links in den Beiträgen auf facebook generieren die Nachtagenten über facebook Reichweite.
In vergleichbarer Weise erlaubt bild.de den Login über facebook connect. Wie bei den Nachtagenten kann sofort ein neues Konto angelegt und verbunden werden, so dass dann der Bildleser Kommentare zu Artikeln über den facebook connect Login veröffentlichen kann.

Trotz dieser Vorteile für user und Betreiber setzen die meisten Communities aber (noch) auf abgespeckte Lösungen. Beispiel Yelp: Das amerikanische Vorbild von Qype hat zwar jüngst facebook connect integriert, aber ermöglicht kein Login mit den facebook Nutzerdaten. Über facebook connect können daher (nur) die bei yelp verfassten Beiträge in das eigene facebook Profil gepostet werden.

Fazit: facebook connect ist infolge der über 200 Mio. Nutzer eine große Chance für eine Verbreitung des Single Sign-on. Allerdings müssen die meisten Betreiber von Communities noch einen großen Sprung machen und auf den Zugriff auf die E-Mail Adresse des users verzichten. Noch scheinen viele Betreiber dazu aber nicht bereit zu sein, weil der (theoretische) Direktkontakt zum user verloren geht. De facto ist dieser aber nichts wert, denn passive user können auch durch Newsletter nicht aktiviert werden. Und für die Bewertung des Unternehmens verlieren die Karteileichen auch an Bedeutung. Es ist daher zu hoffen, dass facebook connect den Single Sign-on Auftrieb verschafft.

Abgelegt unter: Connect

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